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Sicher Schlafen 

Die Stiftung für die Erforschung und Vermeidung des plotzlichen Kindstodes, kurz Stiftung Wiegentod, heiszt Ihnen willkommen


Die Stiftung für die Erforschung und Vermeidung des plötzlichen Kindstodes, kurz Stiftung Wiegentod, wurde 1996 in den Niederlanden gegründet. Die Vorstandsmitglieder wurden ernannt aufgrund ihrer Kenntnisse und Erfahrungen in verschiedenen Disziplinen, wie wissenschaftliche Forschung, Prävention, Elternbetreuung, Information und Kommunikation, Ausbildung im medizinischen Bereich und in der Wirtschaft. Es sind Ärzte, Forscher, Psychologen, Revisoren, Juristen und Kommunikationsexperten.

Ziel all dieser Bemühungen ist es, wissenschaftliche Kenntnisse zu erwerben und zu verstehen und durch Empfehlungen und Präventionsmaßnahmen das Auftreten des plötzlichen Säuglingstodes oder SIDS (sudden infant death syndrome) einzudämmen. Zielgruppen sind medizinische Fachrichtungen sowie (zukünftige) junge Eltern. Auch unterstützt die Stiftung den 1981 gegründeten Elternverein, der Eltern hilft, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben und deren Baby plötzlich und unerwartet gestorben ist.

Prävention

Das wichtigste Präventionsprojekt ist "Sicher Schlafen": In den Niederlanden werden in großer Auflage Faltblätter herausgegeben mit Empfehlungen für Eltern, wie man das Risiko für den plötzlichen Kindstod auf ein Minimum verringern kann. Diese Website unterstützt das Projekt. Am Ende dieser Seite (oder wenn Sie hier auf Sicher Schlafen klicken) erhalten Sie den Text mit Tips für "Sicher Schlafen" in deutscher Sprache.
Diese Tips basieren auf aktuellen und zuverlässigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Holländische Wissenschaftler und Fachärzte arbeiten zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes mit Kollegen in der ganzen Welt zusammen (für eine deutsche Website klicken Sie Links). Die Stiftung Wiegentod ist angeschlossen bei SIDS International.
Die Niederlande waren 1987 das erste Land, in dem eine Informationskampagne stattfand, um die Eltern zu überzeugen, ihr Baby auf dem Rücken schlafen zu lassen. Vom Schlafen in Bauchlage wurde abgeraten. Die Teilnahme an dem internationalen wissenschaftlichen Forschungsprojekt European Concerted Action on SIDS (ECAS) intensivierte 1995 das öffentliche Interesse für SIDS. 1996 kam es mit Unterstützung aller professionellen, in der Säuglingspflege tätigen Organisationen zu einem offiziellen nationalen Konsens über Maßnahmen und Empfehlungen zur Vermeidung des Säuglingstodes.

Statistische Angaben

Die Niederlanden haben seit 1987 eine bemerkenswerte Abnahme des plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) verzeichnen können. Im Jahr 2006 wurde eine erfreulich geringe Anzahl von Fällen erreicht: 0,059 pro 1000 Lebendgeborene oder 11 Fälle (7 Tage< 1 Jahr) aus 185.124 Lebendgeborene, die niedrigste Anzahl in der westlichen Welt. Seitdem stieg die Anzahl der Fälle sowohl in 2007 als auch in 2008 und 2009
wieder an auf beziehungsweise 0,077 promille (= 14 Fälle), 0,098 promille (= 18 Fälle) und 0,10 (= 19 Fälle aus 184.824 Lebendgeborene). Im Jahre 2010 ist doch 0,092 Promille erreicht worden.

Seit 1984,dem Jahr mit der höchsten Anzahl Wiegentoter (1,22 Promille), wurden allerdings kontinuierlich Fortschritte gemacht: 1987: 0,91; 1992: 0,41; 1995: 0,26; 1997: 0,17; 1998: 0,14; 1999: 0,13; 2000: 0,12, 2001: 0,17, 2002: 0,11, 2003: 0,14, 2004: 0,097, 2005: 0,10 und im Jahre 2010: 0,092 Promille.
(Quelle: Zentrales Amt der Statistik in Den Haag).

Anzahl plötzlich verstorbener Säuglinge (Alter 8 - 365 Tage)
in den Niederlanden 1980 - 2010:
 

 
 
 ----  plötzlicher Säuglingstod / SIDS 

 ----  plötzlicher Säuglingstod / SIDS und ähnliche Kategorien

 

Ähnliche Kategorien:
* Akute Atemwegsinfektionen / *Lungenentzündung und Grippe
* Bronchitis / * Todesursache unbekannt oder nicht festgestellt
* an Nahrung erstickt / *ohne Fremdeinwirkung erstickt in Wiege oder Bett


Dieser Erfolg hat drei Gründe:

Erstens: Die Niederlande verfügen seit Jahrzehnten über eine feinmaschige Säuglingsfürsorge. Über 95 Prozent der lebendgeborenen Babys werden zur Kontrolle und Impfung in einer der sogenannten Mütterberatungsstellen angemeldet.
Zweitens: Man hat sich schon frühzeitig auf Präventionsempfehlungen konzentriert und die Maßnahmen überwiegend im Konsens propagiert.
Drittens: Die Niederlande sind ein kleines, gut organisiertes Land mit einer relativ gut ausgebildeten Bevölkerung. So kann mit Hilfe verschiedener Medien die Bevölkerung optimal über die neuesten Präventionsfortschritte informiert werden. Darüberhinaus gibt es auch zweisprachige Ausgaben von "Sicher Schlafen" (türkisch/niederländisch und marokkanisch/ niederländisch), die die kulturellen Gepflogenheiten der verschiedenen Minderheiten berücksichtigen.

Prävention hilft. Die Strategie der Stiftung richtet sich deshalb vor allem darauf, durch gezielte Information das Auftreten des plötzlichen Kindstodes weiter zurückzudrängen.
Mit Hilfe engagierter Leute in allen Disziplinen der Gesundheitsfürsorge und den anverwandten Organisationen werden gezielte Empfehlungen verbreitet. Ärzte, Mütterberatungsstellen, Wochenpfleger, Geburtshelfer, Kliniken und Krankenhäuser geben unsere Informationsblätter an Eltern und Säuglingspfleger weiter. Mit Fragen kam man sich jederzeit an die Stiftung wenden.

Forschung

Die Stiftung unterstützt und initiiert wenn möglich wissenschaftliche Studien. Ein laufendes Projekt befasst sich seit 1995 mit aktuellen Fällen des plötzlichen Kindstodes. Diese Studie wird von einer Gruppe (teilweise pensionierter) auf freiwilliger Basis arbeitender Kinderärzte und Pathologen gemacht und von der Stiftung finanziert.
Vorstandsmitglieder beteiligen sich aktiv an der Forschung nach Hilfsmöglichkeiten für sogenannte 'Schrei-babys' und der Beziehung zwischen Muttermilch-Ernährung und Schnullern. Des weiteren bereitet die Stiftung eine Studie vor über Plagiocephalie (das Schiefwachsen des Babyschädels auf Grund einer vom Baby bevorzugten einseitigen Haltung) und über ALTE (apparent life threatening event). Außerdem beobachtet die Stiftung, ob und wie aktuelle Empfehlungen in der Bevölkerung befolgt werden.
In Zusammenarbeit mit der Organisation Konsument und Sicherheit wacht die Stiftung über die Sicherheit vieler Babyprodukte.

Zukunftserwartungen

Die Häufigkeit von Krippentod hat in den Niederlanden einem Niveau erreicht, das in Westeuropa als das niedrigst mögliche angesehen wird: weniger als ein Baby auf 10.000 (Inzidenz 0,09/1000). In dieser Zahl enthalten sind auch Fälle sekundärer Bauchlage (40 % der aktuellen Fälle), aber auch Fälle, die auf Rauchen, schlechte soziale und psychologische Umstände, Unfälle, Kindesmord und schlechte Versorgung des Säuglings zurückzuführen sind. Manche dieser Kategorien überschneiden sich. Oft handelt es sich hierbei um Eltern, die nur schwer oder gar nicht mit Informationen erreicht werden können.
Die Stiftung ist sich der Tatsache bewusst, dass das Erreichen dieses harten Kerns eine fast unmögliche Aufgabe ist. Dennoch will sie sich hierfür einsetzen. Es handelt sich ja gerade in diesen Fällen um Säuglinge, die einem ersten Risiko ausgesetzt sind.

Jede Unterstützung ist willkommen

Um ihre Aufgaben ausführen zu können, ist die Stiftung vollständig auf Spenden und Unterstützung in Natura angewiesen. Beiträge in jeder Größenordnung werden mit Dank angenommen. Bitte richten Sie Ihre Spende an:
ING Bank 5059947
(IBAN: NL69 INGB 0005 0599 47; BIC: INGBNL2A), penningmeester (Schatzmeister) Stichting Wiegedood, Voorweg 64, 2431 AR
Noorden, Niederlande.

Übersicht des wissenschaftlich fundierten Empfehlungen in den Niederlanden:

Sicher Schlafen

Ein Säugling schläft viel, sowohl nachts als auch tagsüber, nicht nur zu Hause, sondern auch anderswo und unterwegs. Ihr Baby kann sicher schlafen. Die folgenden Tips sind nützlich für jeden, der ein Baby versorgt: Eltern, Großeltern, andere Familienmitglieder, Babysitter … und alle professionellen Betreuer.

1 Lege einen Säugling immer in Rückenlage zum Schlafen.
Ein Säugling schläft am sichersten in der Rückenlage. Aus der Seitenlage kann ein Baby schon nach einigen Wochen in die Bauchlage geraten. Lassen Sie ein Baby niemals unbeaufsichtigt in der Bauchlage schlafen. Nicht ein einziges Mal und auch nicht, um es zu beruhigen. Es gibt Ausnahmesituationen, diesen Rat nicht zu befolgen, aber nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Es ist dagegen gut, einen Säugling auf den Bauch zu legen, wenn er wach ist und beaufsichtigt wird. Dies ist für eine gute motorische Entwicklung wichtig.
Bedenken über Fehlbildungen des Schädels sind unbegründet, von vorübergehender Art und man kann ihnen meistens vorbeugen. Empfehlenswert ist es jedoch, Ihr Baby schon bald nach der Geburt, wenn Sie ihm die Flasche geben, genauso wie beim Stillen, abwechselnd links und rechts zu halten.
Auch beim Schlafen sollte der Kopf des Säuglings von Anfang an abwechselnd nach links oder nach rechts gelegt werden. Sorgen Sie dafür, dass das Licht sich abwechselnd rechts oder links befindet oder hängen Sie ein Spielzeug abwechselnd rechts oder links auf.
Entwickelt das Kind trotzdem eine bevorzugte Haltung, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

2 Schützen Sie das Baby vor zu starker Erwärmung.
Federdecken oder Daunenbetten für das Kinderbett sind bis zum Alter von 2 Jahren ungeeignet, da eine zu große Erwärmung des Kindes und unter Umständen auch eine Rückatmung auftreten können. Durch zu große Erwärmung und Rückatmung werden schützende Aufwachreflexe verhindert. Decke oder Bettuch, ringsherum fixiert, oder ein Schlafsack sind sicherer. Im Haus benötigt Ihr Baby keine Mütze. Ein fieberndes Baby nicht zu warm zudecken.
Auch tagsüber sollte ein Baby nicht zu warm gekleidet sein, Schwitzen sollte vermieden werden. Berücksichtigen Sie das Wetter, die Zimmertemperatur, Sonneneinstrahlung, Autoheizung, überheizte Räume, Kaufhäuser usw. Die ideale Raumtemperatur liegt tagsüber bei 18 bis 20 Grad, nachts bei 15 bis 18 Grad Celsius.

3 Sicherheit in Wiege oder Bett.
Benutzen Sie kein weiches Material in Wiege oder Bett: eine druckfeste, nicht zu weiche Matratze, keine Bettdecke, kein Kopfkissen, keinen Kunststoffschonbezug für die Matratze - dies sind Umstände, die die Atmung beeinflussen können. Legen Sie Ihr Baby bitte so in sein Bettchen, dass es mit den Füßen bereits am Fußende des Bettes liegt und deshalb nicht so leicht unter die Decke rutschen kann.
Zu empfehlen ist ein Babyschlafsack mit passenden Öffnungen für Kopf und Arme und einem Verschluss, der verhindert, dass das Baby in den Schlafsack rutschen kann. Bei einem wattierten Schlafsack erübrigt sich eine zusätzliche Decke, bei einem unwattierten kann eine leichte Decke benutzt werden.

4 Bleiben Sie bei Ihrem Baby.
Lassen Sie Ihr Baby im ersten Lebensjahr wenn möglich im elterlichen Schlafzimmer schlafen. Durch Ihre natürliche Wachsamkeit wird das Risiko reduziert. Auch tagsüber schläft es am besten in Ihrer Nähe an einem ruhigen Platz.
Schlafen Sie nicht zusammen mit Ihrem Baby im selben Bett; bis zum Alter von 5 Monaten besteht dadurch ein erhöhtes Risiko. Bei Medikamenten-, Alkohol- oder Drogengebrauch und auch wenn Sie sehr müde sind sollten Sie Ihr Kind immer sein eigenes Bettchen legen.

5 Bitte nicht rauchen.
Rauchen während der Schwangerschaft und der Stillzeit schädigt die Gesundheit von Mutter und Kind erheblich. Rauchen kann das Wachstum des ungeborenen Kindes behindern. Meiden Sie mit Ihrem Baby verqualmte Räume. Tabakrauch schwächt z.B. das Immunsystem.
Das Risiko erhöht sich mit jeder gerauchten Zigarette. Wer wirklich nicht aufhören kann zu rauchen, sollte so wenig wie möglich rauchen, um das Risiko zu verringern. Halten Sie auf jeden Fall das Kinderzimmer rauchfrei und vermeiden Sie generell jedes Rauchen in Gegenwart von Kindern. Denken Sie auch daran beim Autofahren.
In einem Raum bleibt Tabakrauch bis zu acht Stunden hängen. Lüften Sie (auch wenn Sie nicht rauchen) regelmässig das Zimmer, in dem Ihr Baby schläft.

6 Stillen und der Gebrauch eines Schnullers.
Säuglinge sollten wenn möglich gestillt werden. Stillen fördert die Gesundheit. Es gibt deutliche Anzeichen, dass ein Schnuller das Risiko eines plötzlichen Säuglingstodes verringert. Ein Schnuller ist jedoch nur dann zu empfehlen, wenn das Stillen problemlos verläuft.Warten Sie sonst einige Zeit damit. Bei Ernährung mit der Flasche kann man dem Baby sofort einen Schnuller geben. Sorgen Sie dafür, dass der Schnuller immer sauber ist. Reduzieren Sie den Gebrauch des Schnullers nach einem halben Jahr und stellen Sie ihn nach einem Jahr ein.

7 Medikamente mit schlaffördernder Wirkung.
Manche Medikamente sind gefährlich für Säuglinge, besonders solche, wodurch ein Baby zu tief schläft. Stillende Mütter sollten diese Medikamente vermeiden. Beachten Sie bitte die Beipackzettel. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt um Rat.

8 Ruhe und Lebensrhythmus.
Säuglinge werden leicht gestört. Reisen, anstrengende Besuche und dergleichen sowie ungewöhnliche Ereignisse können die Ruhe und den Wach- und Schlafrhythmus eines Säuglings aus dem Gleichgewicht bringen. Dies kann Schlafprobleme verursachen und ungewöhnlich langen und tiefen Schlaf zur Folge haben. Vermeiden Sie im ersten Lebensjahr so weit wie möglich solche risikoerhöhenden Situationen. Dies sollten auch andere Betreuer berücksichtigen, die Sie zeitweilig vertreten.

9 Besuchen Sie das Babybüro.

In den Niederlanden können Sie ab der Geburt mit Ihrem Baby regelmäßig das Babybüro besuchen. Auch Ihr Baby ist dort willkommen zu Kontrollen und Impfungen.
 
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Plötzlicher Säuglingstod kommt glücklicherweise immer weniger vor, ganz verhindern wird er sich aber nicht lassen. Durch das Beachten der Empfehlungen kann das Risiko deutlich vermindert werden.

Fast alle Fälle ereignen sich im ersten Lebensjahr, immer unerwartet und fast immer im Schlaf, und zwar nicht nur nachts, sondern auch tagsüber.

Die genauen Ursachen sind bisher unbekannt. Von erblichen Faktoren oder einem Krankheitsbild kann man nicht ausgehen. Es wurden jedoch Risikofaktoren entdeckt, die bei einem schlafenden Kind Probleme verursachen können.

Viele Risikofaktoren kann man durch geeignetes Verhalten vermeiden. Deshalb ist es ratsam, die Empfehlungen zu beherzigen.

Sie sollten mit Ihrem Baby unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn das Verhalten Ihres Kindes Sie unsicher macht, um zu erfahren, ob eine Erkrankung oder sonstige Störung vorliegt, vor allem, wenn Ihr Baby nach dem Schlafen ohne ersichtlichen Grund schweißgebadet ist oder wenn während des Schlafens lange Atempausen auftreten.

Zögern Sie niemals, ärztlichen Rat einzuholen.

 
Bitte, downloaden Sie hier Sicher Schlafen (pdf 324 kb)
 

© Stiftung für die Erforschung und Vermeidung des plötzlichen Kindstodes, kurz Stiftung Wiegentod